Jun Db: Turnier bei Perlen/Buchrain

von Voser Toni

Es kommt selten etwas Gutes heraus, wenn wir Schlechtes erwarten

Ich möchte gar nicht viel Worte über den sportlichen Verlauf unseres Turniers in Perlen verlieren (3 Niederlagen, 1 Unentschieden). Am glücklichsten ist, wer unter einer Niederlage einen Schlussstrich macht und daraus seine Lehren ziehen kann. Diese Weisheit hilft mir an solchen Tagen sehr. Um mit Niederlagen umgehen zu können ist es wichtig, sich immer wieder klar zu machen, dass Niederlagen zum Sport dazu gehören und dass man sich und anderen keine Vorwürfe machen sollte vorausgesetzt man hat 100% seines Leistungsvermögens abgerufen. Entscheidend ist die Art und Weise wie man verliert und sich gegen eine Niederlage wehrt und häufig hat man schon verloren, bevor das Spiel überhaupt begonnen hat, was vor allem mit der inneren Haltung der Spieler zu tun hat. Spiele werden nicht nur mit den Füssen entschieden sondern vor allem mit dem Kopf, wobei ich hier nicht einen guten Kopfball meine....
Ich werde den Eindruck nicht los, dass viele Spieler, aber auch zum Teil das Umfeld die 1. Stärkeklasse als Mission Impossible betrachten und bereits jetzt wie das Kaninchen vor der Schlange erstarrt.. Hier muss man sich dann nicht wundern, wenn die Spiele so laufen, wie im Vergleich mit Perlen. Niemand hat behauptet, dass es einfach wird, und dass Gian nicht mehr bei uns ist macht es sicher auch nicht leichter. Aber wollen wir die Flinte jetzt schon ins Korn werfen oder uns dieser Herausforderung stellen und daran wachsen. Niemand verlangt einen Top 3 Platz, aber wir wollen, dass sich jeder auf dem Platz zerreisst und mit Stolz die Farben vom FC Ebikon vertritt, auch dann wenn der Spielstand aussichtslos scheint. Wir werden mit 100% Sicherheit auf Mannschaften treffen die fussballerisch besser sind als wir, und denen müssen wir unser Herz und Leidenschaft entgegensetzen.
Der Optimist und der Pessimist sind beides Propheten, der eine rechnet mit dem guten Ausgang einer Sache, der andere mit dem Gegenteil. Was wir erwarten oder befürchten, neigt dazu, wahr zu werden, oder anders gesagt, unsere Erwartungen beeinflussen unser Verhalten, auch wenn uns dass nicht bewusst sein mag. Wenn wir also schon vor dem Spiel das Gefühl haben, dass wir keine Chance haben, müssen wir uns nicht wundern, wenn es so eintrifft. In der Psycholoige sprechen wir hier vom Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung. Im Alltag tönt dass dann so: „ich hab‘s kommen sehen“, Ich wusste, dass wir keine Chance haben... etc. Wenn Menschen sagen, sie hätten etwas vorhergesehen, dann drücken sie damit in der Regel nur aus, dass sie durch ihr Verhalten dazu beigetragen haben, dass sich das ereignen konnte, was passierte. Als Aussenseiter in der 1. Stärkeklasse sollten wir unbedingt damit anfangen, daran zu glauben, dass im Fussball alles möglich ist, auch gegen vermeintlich viel stärkere Gegner. Wenn wir davon überzeugt sind, zu versagen, dann ist das nicht sehr motivierend. Wir gehen so nur halbherzig in die Spiele und geben uns erst gar nicht die Chance, uns vom Gegenteil zu überzeugen, d.h wir unternehmen nichts und bleiben passiv. Das Ergebnis ist, wir treten auf der Stelle. Wenn wir halbherzig an die Sache herangehen, geben wir beim kleinsten Hindernis (Gegentor) auf. Warum? Weil wir unsere negative Meinung durch das Gegentor bestätigt sehen, nämlich dass wir versagen und es deshalb keinen Sinn mehr macht, sich weiter anzustrengen. Wenn wir erst gar nichts unternehmen, um unseren Zielen näher zu kommen, dann werden wir es natürlich auch nicht erreichen. Optimisten, die mit dem guten Ausgang einer Sache rechnen, sind sehr motiviert, das zu erreichen, was sie als erreichbar ansehen. Wenn sie auf ein Hindernis stossen (ein Gegentor) erhalten, dann verfolgen sie weiter unbeirrt ihr Ziel, was in der 1. Stärkeklasse vor jedem Spiel ungeachtet des Gegners der Sieg sein wird oder aber dann mit wehenden Fahnen unterzugehen aber sich danach sagen zu können, alles gegeben zu haben.
Vielleicht würde mir Martullo Blocher zurufen: you‘re a dreamer, aber hey, was wäre das für ein Leben, wenn wir keine Träume haben könnten und meiner ist es, diese Saison bei jedem Spiel ein Team auf dem Platz zu haben, dass 100% solidarisch ist und alles gibt, dann verspreche ich Euch, werden wir nicht nur Kanonenfutter sein. Also glaubt an Euch, ich tue es.

Ebikon spielte mit:

Maximilian; Kuno; Adel; Noah; Ricardo; Lauri; Adon; Dion; Julien; Nico; Patrik; Mario; Paolo; Kaspar; Othavio; Romano

Torschützen

Nico; (4 Spiele 1:10 Tore)

 

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